Im Casino der Kreisklinik Ebersberg trafen sich eine große Anzahl von Vertragsärzten aus beiden Regionen, die zukünftig den vertragsärztlichen Bereitschaftsdienst in seiner neuen Form durchführen werden. Diese Informationsveranstaltung wurde von Herrn Besl, externer Dienstleister für die KVB, geleitet. Grußworte sprachen die Geschäftsführer der Kliniken Ebersberg und Erding, Herr Huber und Herr Mohácsi.

Der Bereitschaftsdienst in seiner neuen Form beginnt in der Pilotregion Ebersberg/Erding am Montag, 4. Juli, 18:00 Uhr.

 

Wie bekannt sieht der neue Bereitschaftsdienst einen Sitzdienst in den Bereitschaftspraxen Erding und Ebersberg vor und einen Fahrdienst durch bis zu vier Fahrzeuge, die im großen Bereitschaftsraum Ebersberg/Erding unterwegs sind.

 

 

Die Bereitschaftspraxis soll besetzt sein:  

MO/DI/DO

18:00 - 21:00

MI/FR

16:00 - 21:00

SA/SO/FT *

09:00 - 21:00

*SA/SO/FT mit MFAs                                                     

 

Zeiten des Fahrdienstes sind:

MO/DI/DO

18:00 - 23:00

21:00 - 08:00*

MI/FR

 

13:00 - 21:00

18:00 - 23:00

21:00 - 07:00*

 

SA/SO/FT

 

 

07:00 - 14:00

14:00 - 21:00

08:00 - 15:00

15:00 - 23:00

21:00 - 07:00*

 

 

* Endzeiten an Werktagen 08:00 sonst 07:00

Die Kalkulation der Besetzung bzw. der Anzahl der Fahrdienste erfolgte nach den der KVB vorliegenden Zahlen und auch nach den Erfahrungen aus bereits etablierten und laufenden Pilotregionen.

Beide BPX befinden sich in den Räumen der Kliniken Ebersberg und Erding. Verlässliche Angaben zur Verteilung der Patienten (Zentrale Notaufnahme Bereitschaftspraxis) konnten bei dieser Veranstaltung (noch) nicht gemacht werden.

Aufgrund der Erfahrungen aus bislang bereits etablierten Pilotregionen wird die BPX an Wochentagen jeweils nur durch einen Arzt besetzt sein (der jedoch nach persönlichen Vorlieben eigene Helferinnen oder Familienangehörige mitbringen kann). An Wochenenden und Feiertagen ist zusätzlich eine Arzthelferin (MFA) vorgesehen. Derzeit sind 7-10 Arzthelferinnen (€ 450,-) von der GEDIKOM angestellt. Auch hier ist es möglich, eigenes Personal zum Dienst mitzubringen (aber wohl auch selbst zu entlohnen). 

Poolärzte

Eine weitere Besonderheit des neuen Bereitschaftsdienstes ist die Möglichkeit, als Poolarzt Dienste zu übernehmen und Vertragsärzte somit zu entlasten. Mittlerweile hat die KVB mit mehr als 400 Poolärzten Verträge geschlossen und eine Vermittlungsquote (gewünschte Dienstabgabe) von an die 70 % erreicht. Unbeeinflusst davon ist die Möglichkeit der kollegialen Vertretung oder des kollegialen Dienstrausches innerhalb einer Dienstgruppe. Wie bisher verbleiben Dienstpflicht und Verantwortung beim Vertragsarzt. Übernimmt der Poolarzt einen Dienst, übernimmt er damit auch Dienstpflicht und Verantwortung.

Bis Anfang Juli wird eine derartige Dienstabgabe über ein Dienstabgabegesuch angestoßen. Ab dem 4. Juli soll die Dienstweitergabe ausschließlich online erfolgen. Das KVB-Portal DPP-online ist dann um die entsprechenden Funktionen erweitert und von Vertragsärzten und Poolärzten mit der üblichen Kennung (Nutzername und Passwort) erreichbar

 

Fahrdienst

Gewinner der Ausschreibung um den Fahrdienst für die Regionen Ebersberg/Erding war die Firma medipart GmbH & Co. KG aus Hessen. Dieser Dienstleister wird den Fahrdienst von einem Standort in Wasserburg aus zur Verfügung stellen und setzt Fahrzeuge der Marke Nissan (Quashqai) ein. Die Fahrer haben jeweils eine medizinische Ausbildung (Krankenpfleger/Schwester, Medizinstudent in der klinischen Ausbildung, Rettungssanitäter/Assistent oder Ähnliches).

Nach Annahme einer Besuchsanfrage durch den diensthabenden Arzt wird dieser innerhalb von 20 Minuten von einem Ort innerhalb des Dienstgebietes abgeholt und zum Einsatzort gefahren. Dort wird er auf Wunsch vom Fahrer begleitet und unterstützt. Nach Ende des Einsatzes (sofern kein Folgeeinsatz bearbeitet wird) wieder an einen Wunschort innerhalb des Einsatzgebietes zurückgefahren. Die Fahrzeuge sind mit einem Notfallkoffer nach DIN und auch mit EKG/Defi ausgestattet. Die Fahrer haben die entsprechende Einweisung nach Medizinproduktegesetz. Weitere Ausrüstung (Arztkoffer, Formulare, Lesegerät usw.) obliegt dem Dienstarzt wie bei bisherigen Hausbesuchen im Bereitschaftsdienst. Einsätze werden von der KVB-Vermittlungszentrale (116117) organisiert und GPS-überwacht. Die Kommunikation setzt ein Mobiltelefon voraus, da die Einsatzbereitschaft etwa 1 Stunde vor Dienstbeginn telefonisch erfragt wird, die Patientenanfragen per Textnachricht (SMS) übermittelt werden und auch die Mitteilung der anzusetzenden Wegepauschale nach dem Einsatz per Textnachricht erfolgt.

Während der Veranstaltung nahm die Diskussion über die abgeschlossene Insassenunfallversicherungen einen gewissen Raum ein. Die Versicherungssumme wurde als zu gering empfunden, der Inhaber und Geschäftsführer der Firma Mediapart zeigte sich für Anpassungen offen.

Bereitschaftspraxis

 Die Bereitschaftspraxis wird in Ebersberg von der Gedikom GmbH (100%ige KVB-Tochter) eingerichtet und betrieben. Aus einer Investitionssumme von etwa 10.000 € werden in der Bereitschaftspraxis ein Pflegewagen mit Material zur Verfügung gehalten, ein Materialschrank, ein EKG-Gerät und ein Medienschrank mit PC, Lesegerät und Drucker. 

BPX1
BPX2In den Schr
änken bzw. im Pflegewagen vorgehalten wird medizinisches Verbrauchsmaterial und einige Medikamente sowie Untersuchungsgeräte. Ausrüstung, die persönlichen Vorgaben entspricht und über die vorgehaltenen Dinge hinausgeht, bringt der Dienstarzt selbst mit.

Ebenfalls mitzubringen sind persönliche Rezepte. Alle anderen Formulare sind in der BPX vorhanden. Ein mobiles Kartenlesegerät zur Dokumentation der Behandlungsfälle für die eigene Praxis-EDV ist mitzubringen.

Die zu Beginn vorgesehene IT-Ausstattung (esQlab.offline) erlaubt die Erfassung der Versichertendaten und den Formulardruck. In einer späteren Ausbaustufe (esQlab.online) wird ein rudimentäres Praxisverwaltungsprogramm mit Zugriff auf Medikamentendatenbanken und möglicherweise auch einigen Abrechnungsfunktionen zur Verfügung gestellt.  Zum Start wird eine Rote Liste genügen müssen bzw. entsprechende Informations-Apps auf einem Smartphone. Ein Smartphone scheint generell für den Dienst in der BPX sinnvoll zu sein, da kein Scanner bzw. eine andere Möglichkeit zur Dokumentation von Dokumenten vorhanden ist. Da die Bereitschaftspraxis einen Internetanschluss hat und auch über WLAN verfügt, kann die persönliche Praxisverwaltungssoftware zum Beispiel über einen VPN-Tunnel genutzt werden. Details der Anpassung und auch die Benutzung eines Hausbesuchsnotebooks sowie Zugriff auf den Drucker der BPX über die mitgebrachte eigene IT-Ausrüstung sollten mit der  Gedikom vorab geklärt werden.esQLab

Eine Begehung der BPX Ebersberg mit Demonstration der Einrichtung und der EDV ist für den 30. Juni ( 18:30 und 20:30) vorgesehen (Casino). Zusätzliche Termine bzw. besondere Anfragen an den Repräsentanten der Gedikom, Herrn Bogdahn selbst (0921-7851750). Die BPX Erding kann am 1.7. besichtigt werden, Treffpunkt Lehrsaal 2 (UG).

Ein Monitoring der (Gedikom-organisierten) BPX ist in der Pilotphase obligatorisch und erfolgt über ein Dienstprotokoll, das nach jedem Einsatz in der BPX vom Dienstarzt zu erstellen ist und an die Gedikom weitergeleitet werden soll.

Vergütung

Neben den üblichen Gebührenordnungspositionen des organisierten Bereitschaftsdienstes GOP 01210 bzw. 01212  oder 01418 bzw. 01418N (für Besuche) ist der vertragsärztliche Bereitschaftsdienst mit einer Reihe von zusätzlichen Pauschalen vergütet, die zum Teil an besondere Bedingungen geknüpft sind. Die Tätigkeit in der Pilotregion führt (zumindest bis zum 30.6.2017) zu weiteren Besonderheiten.

Generell gilt, dass für eine Tätigkeit in der Pilotregion Ebersberg/Erding auf den mit der elektronischen Abrechnungsdatei eingereichten Notfallscheinen (Muster 19a) die Scheinuntergruppe 44 angegeben sein muss. Diese Kennzeichnung nimmt in der Regel das Praxisverwaltungsprogramm vor. Meist muss beim Ausfüllen des Scheins auf dem Bildschirm ein Haken ins Feld „Notdienst mit Taxi gesetzt werden.

Vergütungszusage: Die KVB vergütet in der Pilotregion geleistete Bereitschaftsdienststunden mit 52 € falls die durch Tätigkeit erzielte Vergütung pro Stunde geringer sein sollte. Diese Vergütung wird aus dem Haushalt der KVB entnommen und nicht aus der Gesamtvergütung. Diese „Umsatzgarantie wird bei Abrechnung automatisch angesetzt und muss nicht gesondert beantragt werden.

Förderung der Bereitungspraxen: Ein Zuschlag von 5 € pro Fall wird für die Tätigkeit in der Bereitschaftspraxis automatisch berücksichtigt. Hierzu muss auf den jeweiligen Notfallscheinen (der Scheinuntergruppe 44) die Kennziffer der Bereitschaftspraxis (Ebersberg 95221 und Erding 95445) angegeben werden.

Strukturpauschale: Zur Förderung des Sitzdienstes werden für jeden Fall  7 € (GOP 97200) hinzugefügt, wenn auf den Notfallscheinen (nach Scheinuntergruppe 44) die Positionen 01210/01212 und nicht im gleichen Fall eine Besuchsziffer eingetragen sind.  Die Berücksichtigung bei der Abrechnung erfolgt automatisch, die GOP 97200 muss nicht gesondert angegeben werden.

Sicherstellungspauschale: Für jede geleistete Dienststunde im Bereitschaftsdienst werden 7 € (GOP 97199) vergütet wenn weniger als 2 Behandlungsfälle pro Stunde bearbeitet wurden. Dieser Wert von weniger als 2 Behandlungsfällen in 1 Stunde bezieht sich allerdings auf das gesamte Quartal. Die Berechnung wird ermöglicht bzw. die Sicherstellungspauschale wird geltend gemacht durch Abgabe eines Notfallscheines im Quartal, der folgende Patientendaten enthält: (1:1 übernehmen)

 Krankenkasse  AOK Bayern
 Kassen-Nummer  71/101
 Name Versicherter  Bereitschaft
 Vorname  Dienst
 Geburtesdatum  01.01.03
 Status  1
 ICD-10  UUU

und daneben eine Auflistung der Dienstzeiten. Auf dem Notfallschein (Scheinuntergruppe 44) des Patienten "Dienst Bereitschaft" wird also unter dem Datum des jeweiligen Dienstes der GOP 97199 angesetzt und mit den geleisteten Dienststunden multipliziert (97199 × 3 für einen Dienst von 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr). Die Voraussetzungen für die

Sicherstellungspauschale sind der KVB nur mitzuteilen, die Berechnung wird automatisch vorgenommen und die entsprechende Vergütung angesetzt.

Wegepauschalen Fahrdienst: Die Wegepauschalen werden zur (teilweisen) Gegenfinanzierung des Fahrdienstleisters eingesetzt, müssen vom Dienstarzt aber zunächst erfasst werden. Auf den Notfallscheinen (Scheinuntergruppe 44) des jeweiligen Falles ist hierzu die Wegepauschale, die von der Vermittlungsstelle per Textnachricht mitgeteilt wird, zusammen mit den Leistungsziffern anzusetzen.

Fragen zur Vergütung bzw. Abrechnung gerne auch an die zuständigen Mitarbeiter der KVB:

Stefan Ehle (Tel.: 089 / 5 70 93 44 50)

Martina Huber (Tel.: 089 / 5 70 93 44 74)

Verena Meinecke (Tel.: 089 / 5 70 93 44 45)

Claudia Schweizer (Tel.: 089 / 5 70 93 44 32)

Eva Weber (Tel.: 089 / 5 70 93 44 75)

Sonja Weidinger (Tel.: 089 / 5 70 93 42 22)